Ältere Menschen und Schilddrüsenerkrankungen

Kropf (Struma, Schilddrüsenvergrößerungen)

Viele ältere Menschen haben eine vergrößerte Schilddrüse, die meisten davon auch mit knotigen Veränderungen. Ursache dafür ist, dass diese Menschen in Zeiten des Jodmangels (seit Mitte der 90er Jahre wurde der Jodmangel allmählich beseitigt) aufgewachsen sind. Mit zunehmendem Alter nimmt die Größe der Schilddrüse und der Knoten zu. Außerdem kommt es sehr häufig zu einer Entwicklung eines oder mehrerer heißer (autonomer) Knoten mit Entwicklung

Zeichen einer Überfunktion

Häufig werden die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bei älteren Menschen nicht der Schilddrüse zugeordnet. Die klinischen Anzeichen werden häufig einer Herzerkrankung (Herzschwäche, unregelmäßige Aktion der Herztätigkeit) zugeordnet. Daher sollte bei Symptomen wie unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen, Wassereinlagerungen in den Beinen, Kurzatmigkeit nicht nur das Herz sondern auch die Schilddrüsenfunktion untersucht werden

Unterfunktion der Schilddrüse

Die Unterfunktion der Schilddrüse bei älteren Menschen wird sehr häufig übersehen, weil die Symptome dem „normalen“ Alterungsprozess zugeordnet werden. Die typischen Anzeichen der Unterfunktion sind: Vergesslichkeit, Müdigkeit, Leistungsminderung, depressive Verstimmungen, Schwächung der Konzentrationsfähigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung und Hautveränderung (kühle Haut, vermehrtes Frieren, Haarausfall). Ein nicht unerheblicher Teil der im Alter auftretenden Unterfunktion beruht auf notwendigen ärztlichen Maßnahmen in der Vergangenheit (Operationen, Radiojodtherapie, thyreostatische Therapie), wenn die älteren Menschen z.B. aufgrund eines Heimaufenthaltes, Pflegeaufenthaltes oder Berufsaufgabe des „alten“ Hausarztes keine fortlaufende ärztliche Betreuung haben.

Untersuchungen in amerikanischen Alters- Pflegeheimen zeigen, dass bis zu 20 % der in Heimen betreuten älteren Menschen eine Unterfunktion der Schilddrüse aufweisen.